Samstag, 24. Februar 2018

Wahrheit, Erkenntnis, Gödel und Einstein

Mit seinem epochalen Unvollständigkeitstheorem bewies Kurt Gödel, der größte Logiker des 20. Jhds, dass es kein axiomatisches System gibt, das alle Aussagen innerhalb seiner selbst beweisen kann. Es gibt also stets wahre, aber dennoch nicht beweisbare, bzw. nicht widerlegbare Aussagen (vergleichbar mit der weder falschen, noch wahren, sondern metalogisch "unentscheidbaren" Aussage "Ein Kreter sagt: alle Kreter lügen"). 

 

Ein System oder Kalkül ist damit entweder paradox und vollständig, oder widerspruchsfrei und unvollständig. Somit bleibt immer eine Lücke vorhanden, durch die das Leben aus der unveränderlichen, subjektiven Seinsquelle erneuernd in die sich verkrustende objektive Wirklichkeit nachströmt und sie periodisch aufbricht (vgl. die religiösen Offenbarungen der unveränderlichen Wahrheit in immer neuen, dem Zeitgeist angepassten Lehren).

Subjektive Wahrheit, so Gödel, steht hierarchisch über objektiver Beweisbarkeit. Subjektivität kann aber mit Singularität gleichgesetzt werden. Singularität ist absolut, ihre geometrische Entsprechung wäre daher ist der Kreismittelpunkt. Im Sanskrit ist "satya" der Begriff für Wahrheit, der sich aus "sat" (das Sein) und "tya" (das Ding / "Thing") zusammensetzt, also das Ding, das einfach nur "ist" - eigenschaftslos und damit unveränderlich. Vgl. das "Ich bin" - der Name Gottes. 

Wir sagen, wir haben einen Körper, eine Seele, Gedanken, aber die Frage ist, wer stellt das fest? Wer oder was ist das "ich"? Kann man es erkennen? Erkenntnis schreitet stets vom Naheliegenden, Offensichtlichen hin zum Abstrakten, Verborgenen.


Der Zellularkosmos und der kabbalistische Lebensbaum entsprechen im Äußeren genau dieser konzentrischen Hierarchie der Seinssphären. Das hermetische Gesetz der Entsprechung (Analogie), sowie das Dogma der grundlegenden Einheit aller Dinge (alles ist letztlich aus einer Singularität hervorgegangen) sind Voraussetzung für Erkenntnis, die auf dem Vergleich des Bekannten mit dem Neuen, Unbekannten aufbaut. Singularität ist aber per definitionem unvergleichbar, ihr Wesen kann somit auch nicht erkannt (objektiviert) werden. Ein Kreismittelpunkt ist zwar genau lokalisierbar und seine Existenz sogar logisch zwingend, aber weil er zugleich dimensionslos ist, ist er form- und eigenschaftslos und damit unsichtbar und "unbegreiflich". Dennoch ist er die Voraussetzung für die Existenz des Kreises! Ein Kreis kann ohne Mittelpunkt nicht konstruiert werden. Analog ist ein singulärer Schöpfer Voraussetzung für seine sich fraktal wiederholende Schöpfung.

Ein Zeitgeist, der einen Schöpfer auf allen Ebenen verneint - von der Architektur (vgl. Hans Sedlmayrs "Verlust der Mitte") bis zu seinen atheistischen (Un)wertvorstellungen - leugnet damit zugleich das Paradox, d.h. das Prinzip der Einheit in der Vielfalt - auch Liebe genannt.



Bei der Sonnensymbolik muss man unterscheiden zwischen der sichtbaren Sonne und der sog. "schwarzen Sonne"! Letztere ist der Mittelpunkt, die  Singularität, Gott. Obwohl das Symbol auch für die sichtbare Sonne steht, so ist es kosmologisch nicht ganz korrekt. Der Mittelpunkt ist die eigentliche, unsichtbare Strahlungsquelle, die auch die sichtbare Sonne (den Sohn!) speist. "Alles was ich tue, tut der Vater [Abba] durch mich."

Kein automatischer Alternativtext verfügbar. Der Kreismittelpunkt steht für
- Subjektivität,
- Singularität,
- Sein,
- Strahlungsquelle,
- Innen,
- Oben,
- Yang (männlich),
- Schöpfer,
- das Absolute.

Der Kreis ist dazu polar die
- Objektivität,
- Wiederholung,
- Schein,
- Spiegelung,
- Außen,
- Unten,
- Yin (weiblich),
- Schöpfung,
- das Relative (Abhängige).


Die Metaphysik befasst sich u.a. mit der Ebene der (Entsprechungs)Prinzipien oberhalb der Naturgesetze (s. Grafik oben). Insbesondere die Königswissenschaften der Numerologie und Astrologie sind hier angesiedelt. Übrigens muss sich jeder Wissenschaftler ("Wahrheitssucher") der Analogie bedienen, um etwas zu "erkennen", sei er Natur- oder Geisteswissenschaftler.

Die zentralen Aussage der Bibel haben mit Sicherheit alle eine metaphysische Dimension. "Ich bin die Wahrheit, der Weg und das Leben" entspricht überrraschenderweise exakt der geometrischen Hierarchie des Kreises - nämlich Punkt, Radius und Umfang. Ohne Bezugspunkt kein Radius, ohne Radius kein Kreis. Das "Ich Bin" kann zugleich als der Name Gottes gelesen werden. "Niemand kommt zum Vater, denn durch mich" bezieht sich wiederum auf die Symbolik der Sonne, des Sohnes, des Lichtbringers. Nur, wer sich, gleich einer erblühenden Knospe, durch Herzöffnung dem erleuchtenden Wirken der Sonnenstrahlen hingibt, wird die Wahrheit (nämlich sein wahres Sein) "von Angesicht zu Angesicht" schauen. Dabei ist wiederum paradox, dass Non-Dualismus und Dualismus zwei gleichwertige Betrachtungsweisen ein und derselben Realität sind.


Die Sonne ist die singuläre Strahlungsquelle, der Urklang, das "Wort", von dem alle Schwingung und Kraft letztlich ausgeht. Das Medium zu dieser Kraftübertragung ist der Äther (sankr. "akash"). Er kann als feinstes, multifunktionelles Gas betrachtet werden, das auch Ereignisse und Bilder holgraphisch speichert (Akasha-Chronik).

Einstein hat nicht nur den Äther abgeschafft (und durch "Raum" ersetzt), wodurch ganzen Physikergenerationen der Weg zur Erforschung der universalen Grundkräfte wie der Gravitation verbaut wurde. Das eigentlich Schlimme an seiner "Relativitätstheorie" ist ihr Gebrauch als philosophische Metapher, mit der so in sich widersprüchliche Aussagen wie "alles ist relativ" gestützt werden sollen ("alles" ist ein absoluter Quantor), bzw. "es gibt keinen absoluten Bezugspunkt im Universum."
 

Dabei zeigen schon einfachste Überlegungen, dass all diese Behauptungen falsch sind. Denn der Relativismus gilt - geometrisch-metaphorisch gesprochen - nur für imaginäre, exakte Translationen (für exakt geradlinie Bewegungen, die so in der Natur nicht vorkommen). Jede gekrümmt-rotierende Bewegung um einen definierten Mittelpunkt ist dagegen eine nicht-relativistische, absolute Bewegung um einen absoluten Bezugspunkt herum!

Die "absolute Wahrheit" ist also sehr wohl definierbar, nämlich als alles, was dem in sich ruhenden, selbst unbewegten und wiederum alles andere bewegenden Sein im Zentrum der Schöpfung, aber auch in seinen fraktalen Abbildern, dem Atman, bzw. göttlichen Funken in jedem Menschen entspringt. Auch der Spruch "die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte" bekommt damit eine sehr konkrete Bedeutung.